Natur

Die Harmonie im Garten: Naturverbunden Gärtnern

Apr 16, 2026

Der Garten kann ein Ort der Harmonie sein, wenn man die komplexen Wechselwirkungen zwischen Erde, Pflanzen und Tieren versteht und fördert. Marlene Göring stellt uns die Ideen der österreichischen Pflanzplanerin Sonja Schwingesbauer vor, die in ihrem Buch detailliert erklärt, wie man ein natürliches Gleichgewicht im Garten herstellt. Statt gegen vermeintliche "Schädlinge" anzukämpfen, lädt Schwingesbauer dazu ein, die unsichtbaren Kräfte der Natur zu nutzen und die vielfältigen Beziehungen im Ökosystem Garten zu stärken. Von der Bedeutung eines lebendigen Bodens bis zur Kraft der Pflanzengemeinschaften und der Rolle der Tiere als natürliche Helfer – es geht darum, mit Geduld und Verständnis einen gesunden und widerstandsfähigen Garten zu gestalten.

Ein Paradies im Grünen: Wie man im Garten mit der Natur statt gegen sie arbeitet

Am 16. April 2026, um 17:44 Uhr, wurde ein faszinierender Artikel von Marlene Göring veröffentlicht, der auf den Erkenntnissen der österreichischen Pflanzplanerin Sonja Schwingesbauer basiert. Schwingesbauer, die als Autorin tätig ist, hat ein neues Buch mit dem Titel "Von Pflanzen, die sich mögen & Tieren, die uns helfen" herausgebracht. Darin erklärt sie, wie Gärtnerinnen und Gärtner ihren Außenbereich in ein blühendes, selbstregulierendes Ökosystem verwandeln können. Der Kern ihrer Philosophie ist einfach: Arbeiten Sie mit der Natur, nicht gegen sie. Ein gesunder Garten beginnt demnach nicht an der Oberfläche, sondern tief unter der Erde. Schwingesbauer betont, dass ein lebendiger Boden die Grundlage für alles weitere Wachstum ist. Millionen von Mikroben und kleinen Lebewesen sind ständig damit beschäftigt, organisches Material abzubauen und als Nährstoffe für Pflanzenwurzeln wieder zugänglich zu machen. Daher rät sie dringend davon ab, Pestizide und Fungizide zu verwenden, da diese nicht nur "Schädlinge" eliminieren, sondern auch die für den Nährstoffkreislauf essenziellen Organismen abtöten. Stattdessen empfiehlt sie sanfte Methoden zur Bodenlockerung, wie den Einsatz von Sauzahn oder Grabegabel, um die empfindliche Struktur des Bodens zu schonen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kraft der Pflanzengemeinschaften. Schwingesbauer hebt das Beispiel der "Drei Schwestern" hervor – Mais, Bohne und Kürbis, ein Anbauprinzip, das schon von den First Nations Nordamerikas praktiziert wurde. Diese Pflanzen unterstützen sich gegenseitig: Der Mais dient der Bohne als Rankhilfe, der Kürbis unterdrückt Unkraut, und die Bohne reichert den Boden mit Stickstoff an. So gedeihen sie gemeinsam besser als jede Pflanze allein. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Klee, Lupinen und Erbsen tragen dazu bei, den Boden mit Nährstoffen anzureichern und ihn für andere Pflanzen vorzubereiten. Auch Mischkulturen, wie Winterkresse, Löwenzahn und wilder Gemüsespargel, erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Gartens gegenüber Trockenheit und Schädlingen, indem sie die Ausbreitung von Krankheiten minimieren.

Schließlich sind Tiere unverzichtbare Helfer in einem natürlichen Garten. Schwingesbauer ermutigt dazu, eine vielfältige Tierwelt anzuziehen, da jedes Tier eine spezifische Funktion im Ökosystem erfüllt. Marienkäfer und Meisen fressen Blattläuse und Raupen, während Wühlmäuse und Maulwürfe den Boden belüften und die Wasserzufuhr verbessern. Anstatt diese Tiere als Plagegeister zu bekämpfen, sollte man ihnen durch Versteckmöglichkeiten, Wasserquellen und ein vielfältiges Nahrungsangebot einen Lebensraum bieten. Ein naturnaher Garten mit einer reichen Biodiversität wird so zu einem widerstandsfähigen Netzwerk, in dem das Prinzip "Mein Freund ist der Feind meines Feindes" auf natürliche Weise funktioniert. Geduld ist hierbei der Schlüssel, denn die Natur braucht Zeit, um ihr Gleichgewicht zu finden.

Diese Herangehensweise an die Gartenarbeit ist eine tiefgründige Einladung, die Natur als Partnerin zu sehen und nicht als Gegnerin. Es geht darum, ihre komplexen Muster zu erkennen und zu respektieren, anstatt sie kontrollieren zu wollen. Wenn wir verstehen, dass jeder "Schädling" und jedes "Unkraut" eine Rolle im großen Ganzen spielt, können wir eine Haltung entwickeln, die nicht nur unseren Gärten, sondern auch uns selbst zugutekommt. Ein gesunder, vielfältiger Garten ist ein Spiegelbild der Geduld, des Verständnisses und der Wertschätzung für die natürlichen Prozesse des Lebens. Es ist eine Ermutigung, sich auf den Kreislauf des Werdens und Vergehens einzulassen und die Wunder des unsichtbaren Zusammenspiels unter der Oberfläche zu erkennen.

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