Natur

Globale Fischereiproduktion erreicht historischen Höchststand, doch Nachhaltigkeit bleibt Sorge

Jun 17, 2026

Die weltweite Produktion von Meeresfrüchten hat im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Dieser Erfolg wird maßgeblich durch das Wachstum der Aquakultur getragen, welche die Fischerei in ihrer Produktionsmenge übertrifft. Doch während der Konsum von Fischprodukten weltweit steigt, warnen Experten vor den ökologischen Folgen der Überfischung und den Auswirkungen des Klimawandels auf die marinen Ökosysteme.

Details zur globalen Fischproduktion: Rekorde und Herausforderungen

Mitte Juni 2026, genauer gesagt am 17. Juni um 12:09 Uhr, wurde in der kenianischen Küstenstadt Mombasa auf einer Konferenz von Manuel Barange, dem Direktor für Fischerei und Aquakultur der Welternährungsorganisation (FAO), ein bahnbrechender Bericht vorgestellt. Dieser Bericht enthüllt, dass die globale Produktion aus Fischerei und Aquakultur im Jahr 2024 eine historische Marke von 235 Millionen Tonnen erreicht hat. Diese beeindruckende Zahl setzt sich aus 195 Millionen Tonnen Wassertieren und weiteren 40 Millionen Tonnen Algen und Meerespflanzen zusammen.

Besonders hervorzuheben ist der Aufschwung der Aquakultur, die erstmals die symbolträchtige Schwelle von 100 Millionen Tonnen tierischer Arten überschritt, was einem beachtlichen Wachstum von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Vergleich dazu verzeichnete die traditionelle Fangfischerei einen moderateren Anstieg von 1,7 Prozent auf 92 Millionen Tonnen. Die Dinghai-Bucht, wie im Bildmaterial zu sehen ist, steht beispielhaft für die intensive Aquakulturproduktion, die hauptsächlich in Asien angesiedelt ist und 89 Prozent der weltweiten Aquakulturproduktion von Wassertieren ausmacht, wobei China eine führende Rolle spielt.

Meeresprodukte sind für die Ernährung und den Lebensunterhalt von Millionen Menschen von entscheidender Bedeutung; seit 1961 ist das Angebot an Wassertierprodukten – Algen ausgenommen – doppelt so schnell gewachsen wie die Weltbevölkerung. Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Meeresfischerei. Barange betonte, dass fast 38 Prozent der Fischbestände überfischt sind, während nur 62,4 Prozent innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen befischt werden. Dies verdeutlicht, dass dem Meer zu viele Ressourcen entzogen werden.

Die Nachhaltigkeit variiert regional stark. So sind beispielsweise über 50 Prozent der Bestände vor der nordwestafrikanischen Küste überfischt. Während Thunfischbestände zu über 90 Prozent nachhaltig befischt werden, leidet der Atlantische Lachs unter Habitatdegradation, Überfischung und Umweltveränderungen. Der WWF warnt zusätzlich, dass neben der Überfischung auch die Klimakrise den Rückgang der Fischbestände massiv beeinflusst. Prognosen zeigen, dass der Fischbestand bis 2100 um bis zu 40 Prozent schrumpfen könnte, wenn keine drastischen Maßnahmen wie Fangbeschränkungen und strenge Kontrollen ergriffen werden.

Ein Blick in die Zukunft der Meeresnutzung: Zwischen Wachstum und Verantwortung

Der jüngste Bericht der FAO zeichnet ein zweischneidiges Bild: Einerseits demonstriert er die beeindruckende Fähigkeit der Menschheit, durch technologischen Fortschritt in der Aquakultur die Nahrungsmittelproduktion aus dem Meer zu steigern. Andererseits offenbart er die tiefgreifenden ökologischen Herausforderungen, die mit diesem Wachstum einhergehen. Die steigende Nachfrage nach Meeresfrüchten treibt die Produktion in die Höhe, doch die Sorge um die Nachhaltigkeit der Fischbestände und die Gesundheit unserer Ozeane wächst parallel dazu. Dies zwingt uns, über unseren Umgang mit den maritimen Ressourcen nachzudenken. Wir müssen erkennen, dass ein reines Produktionswachstum ohne gleichzeitigen Fokus auf den Schutz der marinen Ökosysteme langfristig nicht tragfähig ist. Der Appell des WWF und die Warnungen vor einer drohenden Katastrophe durch Überfischung und Klimawandel sind klare Indikatoren dafür, dass sofortiges Handeln erforderlich ist. Es liegt an Politik, Wirtschaft und jedem Einzelnen, einen Wandel herbeizuführen, der nicht nur unsere gegenwärtigen Bedürfnisse stillt, sondern auch die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen sichert. Nur durch drastische Fangbeschränkungen, innovative nachhaltige Praktiken und einen bewussteren Konsum kann ein Gleichgewicht zwischen Nutzung und Schutz der Meere wiederhergestellt werden.

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