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Naarden: Eine Festungsstadt voller Geschichte und Kunst

Jun 09, 2026

Naarden in Nordholland ist eine faszinierende Stadt, die Besucher mit ihrer einzigartigen sternförmigen Festungsanlage und tief verwurzelter Geschichte in ihren Bann zieht. Die Stadt ist ein Paradebeispiel europäischer Baukunst, umgeben von Wassergräben, und birgt kulturelle Schätze wie die Grote Kerk, die wegen ihrer kunstvollen Gewölbemalereien als „Sixtinische Kapelle des Nordens“ bekannt ist. Darüber hinaus ehrt ein Museum das Erbe des Universalgelehrten Johann Amos Comenius, der hier seine letzte Ruhestätte fand. Trotz ihrer Schönheit erinnert Naarden auch an dunkle Zeiten, insbesondere an das Massaker von 1572 während des Achtzigjährigen Krieges. Heute lädt die Stadt dazu ein, ihre beeindruckenden Festungsanlagen zu erkunden, Restauratoren bei der Arbeit an historischen Kunstwerken zu beobachten und die Spuren einer bewegten Vergangenheit zu entdecken.

Naarden: Eine Reise durch die Jahrhunderte von militärischer Architektur und sakraler Kunst

Am 10. Juni 2026, lädt die Festungsstadt Naarden, eingebettet in die idyllische Landschaft Nordhollands, Besucher ein, ihre facettenreiche Geschichte und Architektur zu erkunden. Diese bemerkenswerte Stadt, die etwa 20 Kilometer südöstlich von Amsterdam liegt, gilt als eine der am besten erhaltenen Bastionsstädte Europas und präsentiert sich aus der Vogelperspektive als beeindruckender Stern, vollständig von Wassergräben umgeben.

Ein Hauptanziehungspunkt ist das Niederländische Festungsmuseum, untergebracht im Turfpoort, einer der sechs Bastionen. Hier können Besucher, dank Audioguides auch in deutscher Sprache, in die wechselvolle Geschichte der Niederlande, Spaniens und Frankreichs eintauchen. Freiwillige wie Hans van Mierlo, der seit fast 50 Jahren das Museum unterstützt, teilen ihr umfangreiches Wissen über die Festungsanlagen und die Funktion der Kanonen. Jeden dritten Sonntag von März bis Oktober demonstrieren sie die Handhabung der historischen Geschütze, wenngleich mit symbolischer Munition.

Die Vergangenheit Naardens ist jedoch nicht nur von militärischer Brillanz geprägt, sondern auch von tragischen Ereignissen. Im November 1572, während des Achtzigjährigen Krieges, erlebte die Stadt ein grausames Massaker durch spanische Truppen. Ein Relief am ehemaligen Rathaus und die Erzählungen erinnern an diese dunkle Episode, bei der etwa 800 Menschen ihr Leben verloren und die Stadt fast vollständig niedergebrannt wurde.

Ein weiteres kulturelles Highlight ist die majestätische Grote Kerk. Zwischen dem 20. Juni und 23. August 2026 bietet sich die einzigartige Gelegenheit, Restauratoren wie Maurice Steemers bei der aufwendigen Restaurierung des 700 Quadratmeter großen hölzernen Tonnengewölbes zu beobachten. Dieses Kunstwerk, bemalt zwischen 1510 und 1518 mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, lässt sich aus nächster Nähe bestaunen. Darüber hinaus zieht Naarden zahlreiche tschechische Besucher an, die das Museum im ehemaligen Kloster besuchen, das dem Leben und Werk des Johann Amos Comenius gewidmet ist. Sein Porträt ziert sogar den 200-Kronen-Schein Tschechiens, ergänzt durch eine Skizze der Festung Naarden.

Naarden lässt sich ideal als Tagesausflug von Amsterdam aus erreichen. Mit der Bahn gelangt man nach Hilversum oder Amsterdam, von wo aus eine weitere Verbindung nach Naarden-Bussum besteht. Vom Bahnhof Bussum sind es etwa zwei Kilometer zur Festung, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, Taxi oder Bus zurückgelegt werden können.

Eine Stadt, die zum Nachdenken anregt

Der Besuch in Naarden ist eine tiefgreifende Erfahrung, die weit über eine gewöhnliche touristische Attraktion hinausgeht. Die Stadt erinnert uns eindringlich daran, wie eng Schönheit und Tragödie in der Geschichte miteinander verwoben sein können. Die imposante Architektur der Festung, einst ein Symbol des Schutzes, steht heute als Mahnmal für die Schrecken des Krieges. Die Grote Kerk mit ihrer himmlischen Malerei konfrontiert uns mit der menschlichen Fähigkeit zur Schaffung von Kunst und Spiritualität, selbst inmitten von Zerstörung. Die Präsenz des Comenius-Museums unterstreicht die universelle Bedeutung von Bildung und Erkenntnis in Zeiten des Wandels. Naarden lehrt uns, die Vergangenheit nicht zu vergessen, sondern aus ihr zu lernen und die Kontraste zwischen Krieg und Frieden, Zerstörung und Schöpfung zu erkennen. Es ist ein Ort, der zur Reflexion anregt und die Wertschätzung für das Erbe, die Kunst und die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes vertieft.

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