Ein unsichtbarer Feind auf dem Feld: Die Schattenseiten der modernen Landwirtschaft
Die offizielle Anerkennung: Parkinson als Berufskrankheit in der Agrarwirtschaft
Seit dem Jahr 2024 wird die Parkinson-Krankheit, die durch den Kontakt mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln verursacht wird, in der Landwirtschaft offiziell als Berufskrankheit eingestuft. Diese wichtige Anerkennung soll den betroffenen Bauern mehr Unterstützung und Entschädigung ermöglichen. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Landwirte selbst mit höheren Sozialversicherungsbeiträgen rechnen müssen, um die Kosten für die Krankheitsfälle zu decken.
Hubert Roßkothen: Ein persönliches Schicksal im Kampf gegen die Krankheit
Für Hubert Roßkothen, einen 62-jährigen Landwirtschaftsmeister aus Niedertaufkirchen in Oberbayern, ist die Diagnose Parkinson eine harte Realität. Er meidet seinen Heizungsraum, nicht aus Angst vor der Dunkelheit oder Gerüchen, sondern weil dort die Pestizidkanister stehen, die er jahrelang auf seinen Maisfeldern einsetzte. Darunter befanden sich auch Wirkstoffe wie Atrazin, die heute verboten sind und im Verdacht stehen, das Parkinson-Risiko zu erhöhen. Der Anblick dieser Mittel ist für ihn eine schmerzhafte Konfrontation mit der Substanz, die ihn möglicherweise krank gemacht hat.
Der Niedergang eines Bauern: Wie die Krankheit das Leben verändert
Einst ein kräftiger Landwirt, ist Roßkothens Körper heute von der unheilbaren Nervenerkrankung gezeichnet. Seine Bewegungen sind verlangsamt, sein Gang gebeugt, und seine Hände wirken wie Fremdkörper. Über Jahrzehnte führte er seinen Milchviehbetrieb mit Hingabe. Nun kann er nur noch wenige Stunden im Traktor verbringen, der Rest ist zu anstrengend für seinen geschwächten Körper. Sein Schicksal ist ein Mahnmal für die potenziellen Gesundheitsrisiken, denen Landwirte durch den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt sind.
