Gesundheitswesen

Prostata-Operationen und ihre Auswirkungen auf die männliche Sexualität

Apr 19, 2026

Prostatakrebs und gutartige Vergrößerungen der Prostata können Operationen erforderlich machen, die weitreichende Auswirkungen auf das Sexualleben von Männern haben. Ein Urologe veranschaulicht die unterschiedlichen Folgen je nach Operationsmethode, von Veränderungen des Samenergusses bis hin zu Erektionsstörungen. Die psychologischen Belastungen einer solchen Diagnose können die Libido zusätzlich beeinflussen. Es ist von großer Bedeutung, diese Veränderungen offen zu besprechen und bei Bedarf medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Auswirkungen von Prostata-Eingriffen auf die männliche Sexualität

Am 20. April 2026 wurde von Experten die komplexe Beziehung zwischen Prostataoperationen und dem Sexualleben von Männern beleuchtet. Urologe Axel Merseburger erklärte die möglichen Folgen, die von der Art des medizinischen Eingriffs abhängen.

Bei gutartigen Prostatavergrößerungen wird oft nur das Innere der Drüse entfernt, vergleichbar mit dem „Fruchtfleisch“ einer Apfelsine. Da die für die Sexualität wichtigen Nerven außerhalb liegen, hat dieser Eingriff in der Regel keine Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit oder Kontinenz. Allerdings kann es zum „trockenen Orgasmus“ kommen, bei dem der Samenerguss ausbleibt, während die Lust und der Orgasmus an sich erhalten bleiben oder sich nicht verschlechtern.

Anders verhält es sich bei Prostatakrebs, der häufig die vollständige Entfernung der Drüse, also der „ganzen Apfelsine inklusive Schale“, erfordert. Hierbei können Nerven, die für die Erektion entscheidend sind, beeinträchtigt werden. Die Fähigkeit zur Erektion kann eingeschränkt sein oder ganz verloren gehen, abhängig davon, ob nervenschonend operiert wurde und wie der allgemeine Gesundheitszustand des Mannes ist. In solchen Fällen können Medikamente wie PDE5-Hemmer (z.B. Viagra) oder sogar Penisprothesen helfen. Nach einer vollständigen Entfernung der Prostata ist der Samenerguss immer trocken, und die Fruchtbarkeit geht verloren. Der Orgasmus kann sich in Intensität oder Dauer verändern, was individuell variiert. Die Libido selbst bleibt durch die Operation meist unberührt, kann aber durch die emotionalen Belastungen der Krebsdiagnose und die Nebenwirkungen der Behandlung beeinträchtigt werden.

Diese umfassenden Erklärungen unterstreichen die Notwendigkeit einer frühzeitigen und transparenten Aufklärung von Patienten und ihren Partnern über die möglichen Auswirkungen einer Prostataoperation. Offene Gespräche und die Kenntnis verfügbarer Hilfsmittel können Paaren helfen, diese sensiblen Veränderungen gemeinsam zu bewältigen und die Lebensqualität zu erhalten. Es ist entscheidend, dass Männer sich nicht scheuen, ihre Bedenken und Fragen bezüglich ihrer Sexualität nach einem solchen Eingriff anzusprechen und professionelle Unterstützung zu suchen. Die Anpassung an eine neue sexuelle Realität erfordert Zeit, Geduld und oft auch kreative Lösungen, die in einem unterstützenden Umfeld besser gefunden werden können.

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