Natur

Schneckenplage im Garten: So bekämpft man Schnakenlarven effektiv

May 06, 2026

Gärtner stehen oft vor dem Problem, dass ihre Pflanzen über Nacht von unsichtbaren Schädlingen angegriffen werden. Verantwortlich dafür sind häufig Schnakenlarven, die auch als „unterirdische Schnecken“ bekannt sind. Diese Larven fressen unter der Erde an Wurzeln und oberirdisch an zarten Pflanzenteilen. Es gibt verschiedene Arten, von denen Wiesenschnaken und Kohlschnaken die bekanntesten sind und den größten Schaden anrichten. Glücklicherweise gibt es mehrere Methoden, um diese Schädlinge zu bekämpfen, von der manuellen Entfernung bis zum Einsatz natürlicher Feinde wie Nematoden. Es ist jedoch wichtig, das ökologische Gleichgewicht zu berücksichtigen, da Schnaken eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere darstellen.

Details zur Schnakenlarvenbekämpfung im Garten

Im Frühling, wenn Gärten wieder zum Leben erwachen, taucht ein unsichtbarer Feind auf, der Salat und Rasenflächen verwüstet: die Schnakenlarve (Tipula). Diese vier Zentimeter langen, graubraunen Würmchen mit lederartiger Haut werden umgangssprachlich auch als „Lederwürmer“ oder „Lederjäckchen“ bezeichnet, da sie sich tief im Boden verstecken und dort Pflanzenwurzeln kahlfressen. Ein charakteristisches Merkmal dieser Larven ist die sogenannte „Teufelsfratze“ an ihrem Hinterende, bestehend aus sechs hornartigen Ausstülpungen und zwei runden Atemöffnungen, die ihnen bei der Fortbewegung helfen. Aus diesen Larven entwickeln sich später die erwachsenen Schnaken, oft fälschlicherweise als „Riesenmücken“ bezeichnet, die für den Menschen jedoch völlig harmlos sind und nicht stechen.

In Deutschland existieren über 100 Schnakenarten, doch nur wenige verursachen ernsthafte Schäden in Gärten. Zu den häufigsten Übeltätern zählen die Wiesenschnake (Tipula paludosa), die vorrangig Rasenflächen schädigt, die Kohlschnake (Tipula oleracea), die sich auf Gemüsebeete spezialisiert, und die Herbstschnake (Tipula czizeki), deren Einfluss eher gering ist. Eine genaue Unterscheidung der Larvenarten ist für Laien schwierig, aber auch nicht zwingend notwendig, da ihre Bekämpfungsmethoden ähnlich sind. Die aktivsten und größten Larven findet man typischerweise im Frühling.

Der Lebenszyklus der Schnaken variiert je nach Art. Während die Wiesenschnake von August bis September aktiv ist, fliegt und paart sich die Kohlschnake in zwei Perioden: von April bis Juni und erneut von August bis Oktober. Die Herbstschnake ist von Oktober bis November unterwegs. Nach der Paarung legen die Weibchen zwischen 500 und 1200 Eier unter der Erdoberfläche ab. Die Larven schlüpfen meist nach etwa zwei Wochen und beginnen sofort, an Gras- oder Gemüsepflanzenwurzeln zu nagen. Nachts kriechen sie oft an die Oberfläche, um sich an zarten Pflanzenteilen zu bedienen. Wiesenschnakenlarven können Rasenflächen so stark schädigen, dass sie braun werden und absterben; Kohlschnakenlarven verursachen ähnliche Zerstörungen in Gemüsebeeten. Im Frühling können bis zu 400 Larven pro Quadratmeter beobachtet werden, die sich von wenigen Millimetern auf bis zu vier Zentimeter entwickeln, bevor sie sich verpuppen und der Kreislauf von Neuem beginnt.

Bei der Entscheidung, ob eine Bekämpfung der Schnakenlarven notwendig ist, sollte man das ökologische Gleichgewicht berücksichtigen. Schnakenlarven und erwachsene Schnaken dienen als wichtige Proteinquelle für Vögel, Amphibien und Säugetiere wie Igel. Sollte der Befall jedoch zu massiv sein, gibt es manuelle und biologische Bekämpfungsstrategien. Manuell kann man die Larven nachts mit einer Taschenlampe einsammeln. Ein Gemisch aus Zucker und Weizenkleie kann sie gezielt anlocken. Beim Umtopfen von Pflanzen sollte man ebenfalls auf eingenistete Larven achten. Bei Rasenbefall kann im Frühjahr das Walzen oder tiefe Vertikutieren helfen, die Larven zu entfernen, wobei danach oft nachgesät werden muss. Höher gewachsener Rasen erschwert den Schnaken die Eiablage, und Gemüsegärten können während der Flugzeit mit Schutznetzen versehen werden.

Eine effektive natürliche Bekämpfungsmethode sind Nematoden (Steinernema carpocapsae), winzige Fadenwürmer, die online bestellt und mit Gießwasser auf die befallenen Flächen ausgebracht werden. Sie sind am wirksamsten gegen junge Larvenstadien, insbesondere von Mitte September bis Anfang Oktober und für Kohlschnaken zusätzlich von Mitte Mai bis Mitte Juni. Die Bodentemperatur sollte dabei über 14 Grad Celsius liegen, und der Boden muss für zwei bis drei Wochen feucht gehalten werden. Nematoden dringen in die Larven ein, infizieren sie mit Bakterien, die die Larven töten, und vermehren sich dann im Wirtskörper, um weitere Larven zu infizieren. Sie sind für warmblütige Tiere und Menschen ungefährlich. Obwohl Nematoden keine sofortige Lösung für einen akuten Befall großer Larvenstadien sind, wirken sie präventiv für die nächste Saison. Alternativ kann man auch der Natur ihren Lauf lassen und Vögeln sowie Igeln die Aufgabe der Schädlingskontrolle überlassen, auch wenn dies zu einigen Schönheitsfehlern im Rasen und einem gewissen Schwund im Gemüsebeet führen kann.

Die Kontrolle von Schnakenlarven ist eine Herausforderung, die Gärtner vor eine interessante Entscheidung stellt. Einerseits möchten wir unsere Pflanzen schützen, andererseits ist es wichtig, die Rolle dieser Insekten im Ökosystem zu verstehen und, wo möglich, natürliche Lösungen zu bevorzugen. Das Wissen über den Lebenszyklus und die bevorzugten Lebensräume der Schnakenlarven ermöglicht eine gezielte und umweltfreundliche Bekämpfung. Der Einsatz von Nematoden ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir die Natur nutzen können, um ein gesundes Gleichgewicht im Garten zu erhalten, ohne auf aggressive Chemikalien zurückgreifen zu müssen. Letztendlich ist jeder Gärtner aufgefordert, den besten Weg für seinen individuellen Garten und seine Pflanzen zu finden, wobei eine nachhaltige und naturfreundliche Herangehensweise immer von Vorteil ist.

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