Ihr Tag nimmt eine unerwartete Wendung zum Besseren
Die Macht, negative Gefühle zuzulassen
An Tagen, an denen sich ein Missgeschick an das nächste reiht – sei es der verschüttete Kaffee am Morgen oder der unerreichbare Bus –, ist es wichtig, die aufkommenden negativen Gefühle nicht zu unterdrücken. Psychologin Nanni Glück betont, dass Ärger, Frust oder Enttäuschung natürliche Reaktionen sind, die Raum zur Entfaltung benötigen. Ein bewusster Umgang damit, etwa indem man sich für einige Minuten dem Hadern hingibt und dabei sogar humorvolle Wege wie das Schimpfen in einer Fantasiesprache („Gibberish“) ausprobiert, kann helfen, nicht von den Emotionen überwältigt zu werden und danach einen klaren Kopf zu bewahren.
Die Kunst des emotionalen Abstandnehmens
Wenn das Zulassen der Emotionen nicht ausreicht oder als zu albern empfunden wird, empfiehlt Glück, die Perspektive zu wechseln. Stellen Sie sich vor, Sie beobachten sich selbst von außen. Ein Mensch, dem gerade etwas Unangenehmes widerfahren ist, darf natürlich verärgert sein. Doch diese distanzierte Betrachtung hilft oft zu erkennen, dass es sich um eine flüchtige Situation handelt. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Bedeutung des aktuellen Ärgernisses schnell verblasst und es bald nur noch eine ferne Erinnerung sein wird.
Den Blick bewusst auf das Positive lenken
Nachdem den negativen Gefühlen Raum gegeben und eine gewisse Distanz geschaffen wurde, ist es entscheidend, den Fokus aktiv auf die positiven Aspekte zu richten. Halten Sie inne und suchen Sie bewusst nach mindestens drei Dingen in Ihrer unmittelbaren Umgebung, die gut, schön oder lustig sind. Dies können kleine Freuden sein, wie eine dampfende Tasse Tee oder Sonnenstrahlen, die ins Zimmer fallen. Solche positiven Reize erweitern den Horizont und schaffen neue Denk- und Handlungsspielräume, selbst wenn die äußeren Umstände unverändert bleiben. Es geht darum, das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen und als „gelingender und erfolgreicher Mensch“ in den Tag zurückzukehren.
Die vorbereitete „Gute-Laune-Liste“ als Retter in der Not
Sollte die Stimmung trotz der vorherigen Schritte immer noch nicht besser sein, kommt der letzte Tipp ins Spiel: eine persönliche „Gute-Laune-Liste“. Diese Liste sollte im Voraus erstellt werden und mindestens zehn Aktivitäten enthalten, die Ihnen nachweislich Freude bereiten und guttun. In Momenten großer Frustration fällt es oft schwer, spontan auf solche Ideen zu kommen. Ob es das Zerplatzen von Luftpolsterfolie ist, wie Psychologin Glück es liebt, oder etwas anderes – der Schlüssel liegt darin, sich bewusst diesen Aktivitäten zu widmen, auch wenn man zunächst keine Lust dazu verspürt. Die Erfahrung zeigt, dass die Freude spätestens nach kurzer Zeit die Oberhand gewinnt und dem Tag doch noch eine positive Wendung gibt.
