Die bevorstehende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, die in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, steht im Fokus einer intensiven Debatte über ihre Umweltauswirkungen. Experten prognostizieren, dass dieses Turnier mit über neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten die klimaschädlichste Veranstaltung ihrer Art in der Geschichte sein wird. Diese Schätzungen stellen die Klimaschutzziele der FIFA, die bis 2040 Klimaneutralität anstrebt, ernsthaft in Frage. Die geografische Verteilung der Spielorte, die Notwendigkeit umfangreicher Flugreisen und die gesteigerte Anzahl der teilnehmenden Mannschaften tragen maßgeblich zu dieser alarmierenden Bilanz bei. Darüber hinaus verschärfen umstrittene Sponsorenverträge mit Unternehmen aus dem fossilen Sektor das Problem, indem sie den Absatz klimaschädlicher Produkte fördern und somit indirekt die Emissionen weiter in die Höhe treiben. Die Studie betont auch potenzielle direkte Auswirkungen des Klimawandels auf das Turnier, wie extreme Hitze und die Gefahr von Hurrikanen, was die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks unterstreicht.
Die beispiellose Umweltbelastung der FIFA WM 2026
Die geplante FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, die in den drei nordamerikanischen Ländern USA, Mexiko und Kanada stattfinden wird, zeichnet sich bereits jetzt als das Turnier mit den höchsten CO₂-Emissionen in der Geschichte des Fußballs ab. Trotz der von der FIFA erklärten Ambition, bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität zu erreichen, deuten aktuelle Analysen darauf hin, dass die Veranstaltung über neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen wird. Diese Zahl übersteigt die durchschnittlichen Emissionen der vorangegangenen vier Weltmeisterschaften erheblich und verdeutlicht eine besorgniserregende Diskrepanz zwischen den Nachhaltigkeitszielen und der tatsächlichen Umsetzung. Die massive geografische Ausdehnung des Turniers, mit Spielorten, die sich über drei Zeitzonen erstrecken, erfordert umfangreiche Reisen für Teams, Offizielle und Fans, was zu einem enormen Anstieg des Flugverkehrs und den damit verbundenen Emissionen führt. Zudem trägt die Erweiterung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften und die damit verbundene Erhöhung der Spiele von 64 auf 104 maßgeblich zur Vergrößerung des ökologischen Fußabdrucks bei. Kritiker bemängeln, dass die FIFA die eigenen Klimaschutzverpflichtungen durch die Ausrichtung eines solch weitreichenden und ressourcenintensiven Events untergräbt.
Die Berechnung der erwarteten neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente entspricht dem jährlichen Ausstoß von fast 6,5 Millionen Mittelklasse-Fahrzeugen und ist laut einem Bericht verschiedener Nichtregierungsorganisationen fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Weltmeisterschaften zwischen 2010 und 2022. Ein wesentlicher Faktor für diese Steigerung ist die unvermeidliche Abhängigkeit vom Flugverkehr aufgrund der weiten Entfernungen zwischen den Austragungsorten. Beispielsweise muss die deutsche Nationalmannschaft für ihre Vorrundenspiele erhebliche Distanzen zwischen Winston-Salem, Houston, Toronto und New York zurücklegen. Auch die Reisen der Fans zu den Stadien in den USA, Kanada und Mexiko tragen maßgeblich zur Verschlechterung der Klimabilanz bei. Die deutliche Aufstockung der teilnehmenden Mannschaften und die damit verbundene Verdopplung der Anzahl der Spiele tragen zusätzlich zu den erhöhten Emissionen bei. Diese Entwicklungen stehen im krassen Widerspruch zu den globalen Bemühungen zur Emissionsreduzierung und den Pariser Klimazielen.
Sponsorenverträge und Klimawandel-Auswirkungen
Ein weiterer kritischer Aspekt, der die Klimabilanz der WM 2026 trübt, sind die indirekten Emissionen, die durch Sponsorenverträge entstehen. Besonders umstritten ist hierbei die Partnerschaft der FIFA mit dem weltweit größten Ölkonzern Aramco. Experten schätzen, dass allein diese Zusammenarbeit zusätzliche 30 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente verursachen könnte. Diese Kalkulation basiert auf der Annahme, dass Sport-Sponsoring die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit von Unternehmen erhöht und somit den Absatz ihrer Produkte, in diesem Fall fossiler Brennstoffe, fördert. Diese Praxis steht in direktem Konflikt mit den Klimazielen der FIFA und löst bei Umweltorganisationen scharfe Kritik aus. Es wird argumentiert, dass die FIFA durch solche Verträge die falschen Signale aussendet und den Kampf gegen den Klimawandel konterkariert, anstatt eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die Partnerschaft mit einem Ölkonzern untergräbt nicht nur die Bemühungen um Emissionsreduzierung, sondern wirft auch Fragen nach der Integrität der Nachhaltigkeitsstrategie des Weltfußballverbandes auf.
Neben den durch Reisen und Sponsoring verursachten Emissionen birgt die Austragung der Weltmeisterschaft auch direkte Risiken durch die Auswirkungen des Klimawandels. In einigen Austragungsorten könnten die Temperaturen während des Turniers unerträglich werden. Das AT&T Stadium in Dallas beispielsweise erlebt durchschnittlich 37 Tage im Jahr Temperaturen über 35 Grad Celsius, was die Gesundheit von Spielern und Zuschauern gefährden könnte. Darüber hinaus könnten in den trockenen Regionen des Südwestens der USA der Besucherandrang und der erhöhte Wasserverbrauch die ohnehin bestehende Wasserknappheit verschärfen und die Brandgefahr erhöhen. Ein weiterer besorgniserregender Faktor ist, dass der Veranstaltungszeitraum mit der Hurrikan-Saison in den USA zusammenfällt. Dies könnte insbesondere für die Spielstätten an der Golfküste und der Ostküste potenziell katastrophale Szenarien mit sich bringen, wie es im Bericht der NGOs heißt. Diese Risiken unterstreichen die Notwendigkeit, Klimaüberlegungen bei der Planung und Durchführung globaler Sportveranstaltungen stärker zu berücksichtigen und proaktive Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt zu ergreifen.
