Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die bisherigen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für körperliche Aktivität zu niedrig angesetzt sein könnten, um das Herz-Kreislauf-System optimal zu schützen. Eine bahnbrechende Studie der Macao Polytechnic University schildert, dass eine deutlich intensivere wöchentliche Bewegung das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erheblich reduziert.
Mehr Bewegung, stärkeres Herz: Die neuen Empfehlungen
Am 20. Mai 2026 wurde bekannt, dass Wissenschaftler der chinesischen Macao Polytechnic University im "British Journal of Sports Medicine" eine veränderte Perspektive auf die notwendige Aktivitätsdauer veröffentlichten. Statt der von der WHO propagierten 150 Minuten Bewegung pro Woche, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um etwa 8 bis 9 Prozent minimiert, empfehlen sie Erwachsenen eine wöchentliche Aktivitätsdauer von 560 bis 610 Minuten, also etwa 10 Stunden. Diese signifikante Steigerung soll eine Risikoreduktion von über 30 Prozent ermöglichen. Diese Erkenntnisse basieren auf der Auswertung von Daten von 17.088 Probanden aus der britischen UK Biobank, deren Aktivitäten über Beschleunigungssensoren und maximale Sauerstoffaufnahme über einen Zeitraum von acht Jahren genau verfolgt wurden. Es zeigte sich, dass nur 12 Prozent der Studienteilnehmer diese höhere Aktivität erreichten. Die Studie verdeutlicht zudem, dass Personen mit geringerer Grundfitness ein höheres Bewegungspensum benötigen, um die gleichen gesundheitlichen Vorteile zu erzielen wie sportlichere Individuen. Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die zwar Korrelationen aufzeigt, aber keine direkten Ursache-Wirkungs-Schlüsse zulässt. Es könnte sein, dass die Studienteilnehmer generell fitter waren als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Diese neuen Erkenntnisse rütteln an etablierten Gesundheitsnormen und regen zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil an. Während die WHO-Empfehlungen einen wichtigen Grundschutz bieten, legt diese Studie die Messlatte höher, um das volle Potenzial der Herz-Kreislauf-Gesundheit auszuschöpfen. Es ist eine Ermutigung, über das Minimum hinauszugehen und gezielt mehr moderate bis intensive Bewegung in den Alltag zu integrieren, um langfristig von einem resilienteren Körper zu profitieren. Ob es nun tägliches Fahrradfahren, Schwimmen oder Wandern ist, jede zusätzliche Minute zählt auf dem Weg zu einem gesünderen Herzen.
