Gesundheitswesen

Urlaubsstress durch unerledigte Aufgaben: Der Zeigarnik-Effekt erklärt

Apr 26, 2026

Unerledigte Aufgaben können unsere Fähigkeit zur Entspannung im Urlaub erheblich beeinträchtigen. Dieses Phänomen wird durch den sogenannten Zeigarnik-Effekt erklärt: Unser Gehirn hält unvollendete oder unterbrochene Tätigkeiten besonders präsent. Eine Wirtschaftspsychologin und Gesundheitswissenschaftlerin empfiehlt, durch klare Absprachen mit sich selbst und eventuell einen Ortswechsel, eine echte Erholung zu fördern und den Urlaub nicht in eine verlängerte Arbeitsphase zu verwandeln.

Detailbericht: Wie der Zeigarnik-Effekt unsere Urlaubsentspannung sabotiert

Am 27. April 2026, einem sonnigen Frühlingsmorgen, beleuchtete die Wirtschaftspsychologin Maike Sauermann vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) ein alltägliches Problem, das viele Urlauber betrifft: den "Zeigarnik-Effekt". Sauermann erklärte, dass unerledigte Dinge wie die Steuererklärung oder ausstehende Arzttermine unser Gedächtnis besonders hartnäckig beschäftigen und uns so daran hindern können, im Kurzurlaub wirklich abzuschalten. Dieses psychologische Phänomen führt dazu, dass unser innerer Erledigungsdrang auch in der Freizeit präsent bleibt und die ersehnte Erholung schmälert. Um dem entgegenzuwirken, schlägt die Expertin vor, bewusste Zeitfenster für organisatorische Aufgaben einzuplanen, beispielsweise am Montagmorgen von 10 bis 12 Uhr, um danach den Kopf komplett freizubekommen. Insbesondere wenn der Urlaub zu Hause verbracht wird, ist die Gefahr groß, in alte Muster zu verfallen und sich von alltäglichen Aufgaben übermannen zu lassen. Ein Ortswechsel, so Sauermann, kann hier Wunder wirken, da er uns hilft, aus der gewohnten Umgebung und den damit verbundenen Verpflichtungen auszubrechen.

Die Erkenntnisse über den Zeigarnik-Effekt sind eine wertvolle Erinnerung daran, wie wichtig es ist, klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Es geht nicht darum, Aufgaben komplett zu ignorieren, sondern sie bewusst zu managen, um die Qualität unserer Erholung zu maximieren. Eine Auszeit soll der Regeneration dienen und nicht zu einer verlängerten To-Do-Liste werden. Diese psychologischen Zusammenhänge lehren uns, dass Selbstmanagement und die Fähigkeit, bewusst abzuschalten, entscheidend für unser Wohlbefinden sind, besonders in einer immer vernetzteren Welt.

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