Gesundheitswesen

Angst nach Herzinfarkt: Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewinnen

Apr 09, 2026
Dieser Artikel befasst sich mit der psychologischen Verarbeitung eines Herzinfarkts und bietet Strategien an, um das Vertrauen in den eigenen Körper nach einem solchen einschneidenden Ereignis wiederherzustellen.

Mit Resilienz den Weg zur Genesung meistern: Ängste überwinden und innere Stärke finden

Umgang mit nach einem Herzinfarkt auftretenden psychischen Belastungen

Nachdem man einen Herzinfarkt überstanden hat, stehen viele Menschen vor der Herausforderung, mit Unsicherheiten und Ängsten umzugehen. Der plötzliche Charakter eines Infarkts kann das Vertrauen in die eigene Körperlichkeit tief erschüttern. Fachleute bestätigen, dass nach einem Herzereignis körperliche Empfindungsstörungen wie Stechen oder Brennen in der Brust auftreten können, die wiederum Ängste auslösen. Dieser Vertrauensverlust in den eigenen Körper ist ein weit verbreitetes Phänomen unter Infarktpatienten.

Die Unterscheidung zwischen normaler Angst und behandlungsbedürftigen psychischen Störungen

Es ist zunächst normal, nach einer lebensbedrohlichen Situation wie einem Herzinfarkt Ängste zu verspüren. Dieses Gefühl kann sogar förderlich sein, da es Betroffene motiviert, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Entscheidend ist jedoch, ab wann die Ängste überhandnehmen und professionelle Hilfe notwendig wird. Ein hoher persönlicher Leidensdruck, die Beeinträchtigung von Beziehungen, Arbeitsfähigkeit oder die zunehmende Isolation sind Warnsignale. In solchen Fällen ist es ratsam, psychotherapeutische oder psychokardiologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das Führen eines Tagebuchs über das eigene Wohlbefinden kann zusätzlich aufzeigen, ob sich die psychische Verfassung verbessert oder verschlechtert.

Richtige Einschätzung körperlicher Symptome nach einem Herzinfarkt

Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben und wieder ähnliche Beschwerden erleben, sollten diese ernst nehmen. Es kann beruhigend sein, medizinische Abklärungen wie EKG oder Bluttests vornehmen zu lassen, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Symptome eines Herzinfarkts und einer Panikattacke sich ähneln können. Daher ist es wichtig, gemeinsam mit dem Kardiologen klare Kriterien zu erarbeiten, anhand derer man die beiden Zustände unterscheiden kann. Die Festlegung von Handlungsrichtlinien für den Ernstfall, beispielsweise wann der Kardiologe zu kontaktieren oder die Notaufnahme aufzusuchen ist, bietet Orientierung und hilft, in Momenten der Angst besonnener zu handeln.

Psychologische Strategien zur Bewältigung von Notfallängsten

Um zu verhindern, dass die Aufmerksamkeit auf körperliche Empfindungen die Ängste verstärkt, können Achtsamkeitsübungen helfen. Das bewusste Wahrnehmen von fünf visuellen, vier auditiven und drei taktilen Reizen in der Umgebung kann die Aufmerksamkeit nach außen lenken und von den inneren Empfindungen ablenken. Auch die Unterstützung durch das soziale Umfeld ist von großer Bedeutung. Eine ruhige und unterstützende Person an der Seite kann in Angstmomenten Stabilität geben. Von der Einnahme von Alkohol oder Beruhigungsmitteln wird hingegen abgeraten, da dies langfristig das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Selbstregulation untergräbt und die Ängste verstärken kann.

Wiederaufbau des Vertrauens in den eigenen Körper durch positive Erfahrungen

Der Weg zurück zu einem vollständigen Vertrauen in den eigenen Körper erfordert Geduld. Es geht darum, kleine Erfolge zu feiern und nicht sofort die volle Leistungsfähigkeit zurückzuerlangen. Gezielte Bewegung, beispielsweise in herzsensiblen Sportgruppen unter Anleitung eines Sportmediziners, ist hierbei sehr hilfreich. Während früher Schonung empfohlen wurde, weiß man heute, dass moderate Bewegung zur Genesung beiträgt. Reha-Maßnahmen bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich intensiv mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und zu erkennen, dass man mit seinen Erfahrungen nicht allein ist.

Umgang mit körperlicher Belastung und Sport nach einem Herzinfarkt

Rehabilitationsprogramme sind der ideale Ort, um die körperliche Belastbarkeit schrittweise wieder aufzubauen. Hier lernen Patienten, wie hoch ihr Puls während des Trainings sein darf und wie lange sie sich belasten können, ohne sich zu überfordern. Wichtig ist, dass die Bewegung als wohltuend empfunden wird. Lediglich Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko oder schweres Gewichtheben sollten vermieden werden, insbesondere wenn blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. Eine Kombination aus Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren und leichtem Krafttraining wird empfohlen. Auch Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, den Körper zu stärken und das Vertrauen in die eigene Belastbarkeit zu fördern.

ALS NÄCHSTES LESEN