Eine neue Aussichtsplattform im sächsischen Erzgebirge bietet Besuchern eine einzigartige Perspektive auf die langjährigen Auswirkungen des Bergbaus in dieser Region.
Diese Konstruktion, die am ehemaligen Wismut-Schacht 371 nahe Hartenstein errichtet wurde, ermöglicht den Blick auf die rekultivierte Haldenlandschaft von Aue-Bad Schlema und Schneeberg. Julia Dünkel, die Geschäftsführerin der Wismut Stiftung, betonte, dass die Plattform nicht nur die beeindruckende Renaturierung zeigt, sondern auch eine Sichtachse zur ehemaligen Transportstrecke für Gestein und zum historischen Förderturm von Schacht 371 schafft. Der Uranabbau durch die Wismut AG in Sachsen und Thüringen nach dem Zweiten Weltkrieg, der zur Lieferung von Uran für sowjetische Atomwaffen und Kernkraftwerke diente, hatte immense Umweltschäden zur Folge. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen in Bundesbesitz überführt, mit dem Hauptziel, diese Umweltschäden zu beseitigen und die Altlasten zu sanieren. Die Wismut Stiftung, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, kümmert sich um das vielfältige Erbe dieses Bergbaus, darunter geologische Archive, die Traditionen der Bergleute, Zeitzeugenberichte, Literatur, Filme und über 4.000 Kunstwerke. Es sind sowohl digitale als auch zwei physische Ausstellungsorte geplant: am Schacht 371 in Hartenstein und in Ronneburg in Ostthüringen.
Zusätzlich zur Aussichtsplattform gibt es am Standort Hartenstein im Maschinenhaus von Schacht 371 an ausgewählten Wochenenden die Ausstellung „No Secret“. Diese beleuchtet den Arbeitsalltag und die weltpolitische Bedeutung des Uranbergbaus in der DDR, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie die Sanierungsmaßnahmen seit der Wiedervereinigung. Besucher können dort auch eine Mineraliensammlung des ehemaligen Bergbaubetriebes Aue bestaunen, die an sieben Tagen im Jahr zugänglich ist.
Die Eröffnung dieser Aussichtsplattform und die begleitenden Ausstellungen sind ein wichtiger Schritt, um die Geschichte des Uranbergbaus und seine weitreichenden Konsequenzen für nachfolgende Generationen sichtbar und erfahrbar zu machen. Solche Initiativen fördern ein tieferes Verständnis für die Vergangenheit und betonen die Bedeutung von Umweltschutz und verantwortungsvollem Handeln. Sie laden dazu ein, über die komplexen Zusammenhänge von Industrialisierung, Natur und Gesellschaft nachzudenken und aus der Geschichte zu lernen, um eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.
