Gesundheitswesen

Nagelpflege: Expertenrat für starke und gesunde Fingernägel

Apr 20, 2026

Unsere Fingernägel sind wahre Alltagshelfer, die oft mehr aushalten müssen, als uns bewusst ist. Ob beim Aufkratzen von Etiketten oder dem Öffnen von Batteriefächern – sie leisten Erstaunliches. Doch nicht nur ihre praktische Funktion ist bemerkenswert; sie können auch wichtige Indikatoren für unsere allgemeine Gesundheit sein. Eine gezielte Pflege und eine ausgewogene Ernährung tragen maßgeblich zur Stärkung und Gesunderhaltung bei. Experten betonen die Bedeutung von Schutzmaßnahmen im Haushalt und die richtige Handhabung bei Beschädigungen. Es ist entscheidend zu wissen, welche Anzeichen auf mögliche Probleme hinweisen und wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte, um die Nägel optimal zu schützen und zu pflegen.

Viele Menschen schenken ihren Fingernägeln nur gelegentlich Beachtung, meist wenn sie gekürzt oder verschönert werden müssen. Dabei erfüllen Nägel wesentliche Funktionen für unsere Hände. Laut dem Hausarzt Lutz Weber stabilisieren sie die Fingerkuppen und erleichtern das Greifen kleiner Gegenstände sowie feine Handarbeiten. Obwohl die Nägel selbst keine direkten Sinneswahrnehmungen wie Druck oder Temperatur registrieren, verstärken sie diese Empfindungen, indem sie einen notwendigen Widerstand bieten. Der Dermatologe Jan-Olaf Piontek weist darauf hin, dass Fingernägel in früheren Zeiten sogar als effektive Werkzeuge dienten.

Die Zusammensetzung unserer Nägel besteht hauptsächlich aus Keratin, einem robusten, faserigen Protein, das auch in Haaren und der äußeren Hautschicht vorkommt, wie Lutz Weber erklärt. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist individuell verschieden, wobei Zehennägel etwa einen bis zwei Millimeter pro Monat wachsen und Fingernägel wöchentlich etwa einen Millimeter zulegen. Eine Ernährung, die reich an Biotin und Zink ist, kann das Nagelwachstum fördern, da diese Stoffe wesentliche Bausteine der Nagelplatte sind.

Veränderungen im Aussehen der Nägel können auf den Gesundheitszustand des Körpers hindeuten. Tiefe Rillen, die aus dem Nagel herauswachsen, zeigen beispielsweise eine vorübergehende Wachstumsstörung an, oft verursacht durch Infekte. In den meisten Fällen erholt sich die Nagelwurzel jedoch vollständig. Kritischer wird es, wenn Nägel verdicken, bröckelig werden und gelbliche Verfärbungen am Rand aufweisen, da dies auf Nagelpilz hindeuten kann. Eine frühzeitige Behandlung ist hier entscheidend, um den Verlust des Nagels zu verhindern. Auch eingewachsene Nägel, die sich entzünden oder eitern, erfordern ärztliche Hilfe. Pigmentflecken unter dem Nagel sollten ebenfalls ernst genommen und von einem Arzt untersucht werden, da sie Anzeichen für Hautkrebs sein können. Es ist ratsam, beim Hautkrebsscreening keinen Nagellack zu tragen, um eine gründliche Untersuchung zu ermöglichen.

Brüchige Nägel können verschiedene Ursachen haben. Äußere Einflüsse wie häufiger Kontakt mit Wasser, Spülmitteln oder aggressiven Chemikalien, wie sie in Nagellackentfernern enthalten sind, können den Nägeln Feuchtigkeit entziehen und sie instabil machen. Eine weitere mögliche Ursache ist ein Mangel an Nährstoffen wie Biotin, Eisen, Zink oder Vitamin D3. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel empfiehlt sich eine Blutuntersuchung. Bei einem eingerissenen Nagel rät Jan-Olaf Piontek, den Nagel vorsichtig am Nagelbett zu kürzen und bei Bedarf ein Pflaster aufzuklegen, um weitere Verletzungen des Nagelbetts zu vermeiden. Anschließend ist Geduld gefragt, bis der Riss herausgewachsen ist.

Um die Nägel zu stärken, ist es wichtig, sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Lutz Weber empfiehlt das Tragen von Handschuhen bei Hausarbeiten und Vorsicht im Umgang mit Chemikalien. Handcremes können die Nagelstruktur schützen, sollten aber frei von Zusatzstoffen wie Parfüm und Pflanzenbestandteilen sein, um Allergien zu vermeiden. Eine ausgewogene und vielfältige Ernährung ist ebenfalls entscheidend für kräftige Nägel. Besonders Biotin- und Zinklieferanten wie Sonnenblumenkerne, Leber, Eier, Sojabohnen, Haferflocken, Pilze, Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Nüsse sollten auf dem Speiseplan stehen. Bei anhaltenden Problemen mit brüchigen Nägeln und einem vermuteten Nährstoffmangel können Nahrungsergänzungsmittel in Absprache mit einem Arzt eine sinnvolle Option sein.

Kunstnägel und Nagellacke bergen jedoch auch Risiken. Aus medizinischer Sicht können sie als problematisch angesehen werden. Jeder Lack oder Kleber ist aggressiv und kann auf Dauer das Nagelbett schädigen. Eine Schädigung der Nagelmatrix, dem Ausgangspunkt des Nagels, kann zu dauerhaften Problemen führen, wie instabilen, welligen, verformten oder verfärbten Nägeln. Zudem können Nagellacke mit der Zeit Allergien auslösen, die sich durch Entzündungen, Rötungen und Schwellungen äußern. Schließlich sind lange Kunstnägel aus hygienischer Sicht problematisch, da sich darunter leicht Schmutz und Bakterien ansammeln können.

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